Definition

Als nonverbale Kommunikation bezeichnen wir jenen Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation, der ohne Einsatz von Sprache erfolgt. Die verbale Kommunikation bildet hier das Gegenteil der Kommunikation durch Worte.

Nonverbale Kommunikation ist der Anteil einer Unterhaltung, welche keine aktive Sprache enthält. Sie funktioniert über bestimmte Kanäle, welche die Gebiete der Mimik, Gestik, Körperhaltung, Kleidung, Proxemik und Olfaktorik (Wahrnehmung von Gerüchen) abdecken.

Die nonverbale Kommunikation überwiegt die verbale Kommunikation und hat den größten Anteil unserer Gesamtkommunikation („Eine Geste tut mehr als eintausend Worte“ – Nadine Komoth)

Menschen lesen: die Psychologie von nonverbaler Kommunikation

Man kann nicht, nicht Kommunizieren. Egal was wir gerade machen, wir kommunizieren immer Informationen. Körpersprache lesen bedeutet nicht mehr oder weniger, als einen Menschen zu lesen.

Eine Nonverbale Verhaltensweise wird oft als ein Tell bezeichnet.

Und genau das macht die Nonverbale Kommunikation soviel mehr authentischer. Körpersprache macht geschätzt 60 bis 65 % unserer gesamten Kommunikation aus. Daher ist es nicht gerade verwunderlich, dass ebendiese unsere Gedanken, Absichten aber vor allem unsere Gefühle kommuniziert.

Was bringt es Nonverbale Kommunikation erkennen und deuten zu können?

Wenn Sie in der Lage sind, andere effektiv zu dechiffrieren, dann können Sie ebenfalls steuern, wie andere Sie wahrnehmen.

Körpersprache lesen: Das kann es Ihnen über eine Person verraten.

  • Die wahren Gedanken,
  • Gefühle,
  • Absichten,
  • und Ziele.

Gesetzte der Nonverbalen Kommunikation

Menschen lesen und Körpersprache verstehen ist nicht einfach und benötigt viel Zeit und Aufmerksamkeit. Schlagen Sie sich den Gedanken aus Ihrem Kopf, dass Sie innerhalb weniger Wochen die Gedanken Ihres Gegenübers lesen können und jegliche nonverbalen Signale mitbekommen.

Beachten und binden Sie (Schritt für Schritt) diese Gesetzte in Ihr leben ein. Integrieren Sie diese Regeln in Ihren Alltag und wenden Sie sie routinemäßig an.

Gesetzt No. 1: Aufmerksamkeit

Gehen Sie aufmerksam durch die Welt, betrachten Sie alles genau. Beobachten Sie. Legen Sie, wenn Sie in einem Warteraum sind oder durch die Straßen gehen, das Handy zur Seite und verzichten Sie auf Musik.

Ihre Aufmerksamkeit ist Essenziell für Ihren Erfolg in Nonverbaler Kommunikation.

Vermutlich haben Sie sich sowas schon gedacht, aber überlesen Sie diesen Satz nicht und haken Sie Ihn auch nicht einfach ab.

Momentan Sie nehmen zwar Ihr Umfeld wahr, beobachten es aber nicht. Sie können nur Menschen lesen wenn sie permanent seiner Körpersprache Aufmerksamkeit widmen.

Machen Sie den Selbsttest. Zählen Sie wie oft die Spieler, mit einem Weißen T-Shirt, den Basketball hin und her spielen:

Wahrscheinlich kennen Sie dieses Video schon. Psychologie Professor Christopher Chabris bewies, dass alle Probanden zwar mitzählen konnten, wie oft der Ball wechselte aber nur um die 8 % der Probanden den Gorilla sah, welcher durch die Szenerie wanderte.

Trainieren Sie also Ihre Beobachtungsgabe, trainieren Sie Ihre situative Aufmerksamkeit. Nehmen Sie sich Zeit Ihrer Situation und Umfeld bewusst zu werden, dekodieren Sie Ihre Umgebung. Planen Sie dann die Zukunft, sagen Sie voraus. Befolgen Sie dabei diese drei Schritte, um effektiv die Körpersprache lesen:

Schlüsselelemente Situative Wahrnehmung

  1. Wahrnehmen
  2. Verstehen
  3. Vorhersagen

Wahrnehmen

Wie können wir bewirken, dass Sie ab sofort nicht mehr sehen, sondern Wahrnehmen, beobachten. Ihre situative Wahrnehmung wird blockiert, einige dieser Diskrepanzen sind:

  • Mind Drift (zur Definition)
  • Überlastung des Kurzzeitgedächtnisses
  • Konfabulation (Füllen von Gedächtnislücken durch frei erfundenen Begebenheiten)
  • Ablenkung und Fixierung auf eine bestimmte Aufgabe

Verstehen

Wenn Sie dabei sind eine Situation zu entschlüsseln, beachten Sie, dass verschiedene Leute mit verschiedenen Perspektiven auf die gleiche Sache blicken.

Es ist alles nur eine Frage der Perspektive.
Desto mehr Erfahrungen und Kenntnisse Sie haben, desto besser werden Sie die Situation verstehen können.

Je mehr Wissen Sie angesammelt haben, desto verlässlicher werden Sie eine Situation Interpretieren können. In Kombination mit Erfahrung sind Sie in der Lage die Situation schneller, besser und zuverlässiger zu bewerten.

Vorhersagen

Der letzte Schritt um Ihre situative Wahrnehmung zu stärken ist das Treffen einer Vorhersage von möglichst Zeitnah eintretenden Ereignissen. Gleichen Sie die Risiken mit den möglichen Zielen.

Durch die Abwägungen von Risiken und Zielen sind Sie in der Lage eine Anpassung an die aktuelle Situation zu vollführen um potenzielle Gefahren oder Verluste zu vermeiden.

In diesen Situationen wird Ihre Intuition zu Ihnen Sprechen und Signalisieren hier läuft etwas falsch. Unter den gegebenen Umständen sollten Sie dieses Gefühl ignorieren außer folgende Punkte treffen in der aktuellen Situation zu:

  • sie betrachten sich als Experte in diesem Bereich,
  • es besteht ein großes Risiko,
  • die Situation ist Dynamisch und verändert sich dauerhaft,
  • Sie stehen unter Zeitdruck,
  • Ihre Intuition sagt ihnen, dass etwas falsch läuft.

Kontext bezogene Symptome: Körpersprache

Um Nonverbales Verhalten richtig deuten zu können, müssen Sie die Körpersprache in Kontext mit der momentanen Situation setzten. Das bedeutet, dass wenn Sie Menschen lesen, Sie abgleichen müssen wie Sie oder die generelle Gesellschaft sich in der Situation Verhalten würde. Somit können Sie Anomalien auswendig machen und valide Rückschlüsse ziehen.

Kontextbezogen Analysieren: ein Beispiel

Eine 35-Jährige verunfallt, unter Alkoholeinfluss, mit ihrem Wagen. Wenig später robbt sie unter eine Leitplanke hindurch und läuft auf die Fahrbahn. Die Unglücksfahrerin erleidet einen Schock.

Durch Ihren erlittenen Schock litt Sie unter temporärer Orientierungslosigkeit. Bereits während des Unfalls, beziehungsweise unmittelbar danach, zeigen sich (im Regelfall) Symptome. Man spricht von akuten Belastungssymptomen. Verkehrsunfälle können häufig:

  • Gefühle der Betäubung
  • Sprechstörungen
    • Störungen des Lauterwerbs
    • Störung des Wortschatzes
    • Störung des Textverständnisses
    • Grammatik Probleme
  • Konzentrationsprobleme
  • Unruhe, Zittern, Atemnot, Schwitzten, Schüttelfrost
  • Angst, Traurigkeit, Bedrücktheit
  • aggressives Verhalten

auslösen. Ich erwarte, dass am Unfall beteiligte Personen Symptome zeigen. Genauso erwarte ich, dass ein Musiker, der zum ersten Mal vor einem Publikum auftritt, anfänglich unter Nervosität leidet, diese sich aber mit fortschreitender Zeit und Erfahrung langsam wieder legt.

Wird der Musiker bei einem bestimmten Lied nun wieder nervös, dann muss ich mich fragen, worauf diese Verhaltensänderung beruht. Achten Sie dann noch stärker auf nonverbale Signale und wenden Sie die drei Schritte, der situative Wahrnehmung, an.

Gesetzt No. 2: Universelle Nonverbale Körpersprache verstehen

Jeder Mensch ist einzigartig – aber nicht ihr Verhalten. Die meisten Menschen benutzten die gleichen Körpersprachlichen Ausdrucksformen.

Je mehr nonverbale Ausdrucksformen Sie kennen, desto schneller und besser können Sie die Emotionen, Gedanken und Absichten ihres Gegenübers verstehen – Menschen lesen.

Universelle Körpersprache verstehen: die häufigsten Verhaltensweisen

Ablehnung und Unwohlsein

Stehen wir zu einem Angebot / Vorschlag, allgemein einem Reiz ablehnend gegenüber, versuchen wir uns von diesem abzuwenden. Diesen Reiz zu ignorieren und zu Umgehen. Wenn Sie Menschen lesen wird der Großteil der Emotionen, auf welche Sie stoßen werden, von eher negativer Natur sein. Darauf hinweisen tun:

  • Zusammengepresste Lippen,
  • zusammengezogene Augenbrauen,
  • schiebende Gesten, mit Arm oder Bein,
  • fest gehaltener starrer Kopf,
  • schnelles Augenzwinkern,
  • Zupfen am Ohrläppchen,
  • und ineinander verknotete Hände.

All dies sind Tells, die Körpersprache unseres Gegenübers sagt uns deutlich »Ich fühle mich in der Situation unwohl«, »Diese Thematik bereitet mir Unbehagen«. Sollten Ihnen diese Verhaltensweisen bei einem Geschäftsessen auffallen, dann wissen Sie jetzt nun, dass Sie diesen Punkt nochmal aufgreifen sollten.

Abstand


Kommt uns jemand zu nah, dann fühlen wir uns unwohl. Diese Person ist in unser Territorium eingetreten. Wir alle haben unser Bedürfnis nach Distanz. In unserer Gesellschaft ist eine Armlänge Abstand etabliert. Versuchen Sie diese einzuhalten, um ihre Beobachtungen nicht zu Verfälschen und seine nonverbale Kommunikation nicht missinterpretieren. Um ein valides Ergebnis zu erzielen, wenn Sie Menschen lesen ist es notwendig, dass Sie das Verhalten nicht Verfälschen.

Wird das Distanzbedürfnis ignoriert und Sie kommen jemandem zu nahe, dann kann dies ein auslösender Faktor von Gewalt, Aggression aber auch Angst sein.

Abwehr


Eine abwehrende Körperhaltung ist meist der Versuch, sich vor einen äußeren Einfluss zu schützten.

Das Anheben der Schultern, ist keine Angriffs, sondern eine Schutzhaltung, da durch Sie die Nacken Partie geschützt wird.

Verschränkte Arme oder ein verschlossener Blick sind ebenfalls oft nonverbale Signale (Tells), welche uns Signalisieren »Ich fühle mich Angegriffen«, »Mein Distanzbedürfnis wurde verletzt«. Achten Sie bitte aber darauf, dass Sie beim Menschen lesen nicht verallgemeinern können und somit immer gewisse Verhaltensweisen auch das Normalverhalten sein könnte.

Gesetzt No. 3: Menschen lesen – Normalverhalten ermitteln

Damit Sie eine Vorstellung vom Normalverhalten einer Person bekommen, müssen Sie wissen, wie diese sich im Normalfall verhält. Nur wenn Sie das Normalverhalten einer Person kennen, können Sie zuverlässig einen Menschen lesen.

Dazu bietet es sich an, dass Sie sich den normalen Gesichtsausdruck, Stimmung, Kleidung und die Gewohnheiten einer Person einprägen. Gerade die standardmäßige Körperhaltung ist enorm wichtig. Wenn Sie keinen Vergleichswert haben, können Sie keine Differenzen und somit keine Unterschiede in dem nonverbalen Verhalten ermitteln.

Gesetzt No. 4: Körpersprache lesen – Diskretion

Solange Sie Menschen lesen oder das Normalverhalten einer Person studieren, sind Sie dazu gezwungen sich auf eine Person zu fokussieren. Nonverbale Kommunikation zu lesen und zu verstehen erfordert, dass Ihr gegenüber keine Kenntnisse von Ihren Absichten hat, da sonst sein Verhalten verfälscht werden würde.

Es ist unentbehrlich, dass Sie vermeiden zu starren. Wenn Sie Menschen lesen bleiben Sie diskret. Bleiben Sie unentdeckt.


Nonverbale Kommunikation ist Ihre Möglichkeit Gedanken, Gefühle und Absichten zu lesen – sie können Menschen lesen. Körpersprache zu verstehen ist nicht leicht und benötigt viel Übung und Arbeit. Sie müssen dran bleiben und viel Zeit in das Beobachten und erkennen von Verhaltensweisen investieren, die vom Normalverhalten abweichen, um Körpersprache lesen zu können.

Körpersprache zu verstehen ist definitiv ausgesprochen sinnvoll aber Sie sollten ebenfalls in der Lage sein Sympathisch auf andere zu wirken. Beliebt werden und Sympathie ausstrahlen sind die Grundbausteine von Ihrem (sozialen Erfolg) Körpersprache lesen ist nur eine weitere Hilfe dabei.

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Nonverbale Kommunikation – Menschen lesen

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  1. Situative Wahrnehmung – Körpersprache lesen

    Körpersprache lesen kann einem viel verraten: Absichten, Ziele, Gefühle und Gedanken. Mit der situativen Wahrnehmung können sie die Körpersprache mit Leichtigkeit entschlüsseln.

  2. Nonverbale Kommunikation – dieses Verhalten deutet auf Unwohlsein hin

    Geschäftsessen, Vertragsschließung oder Bewerbungsgespräch durch diese nonverbalen Signale wissen Sie, wann sich Ihr Gesprächspartner unwohl fühlt, um diesen Punkt nochmal stärker zu beleuchten/ klären.

  3. Universelle Nonverbale Verhaltensweisen – Körpersprache verstehen

    Was sagen zusammengepresste Lippen über uns aus? Warum und wann verschränken wir die Arme und was sagt das über uns aus?

  4. Definition und Funktionsweise Nonverbaler Kommunikation

    Nonverbale Kommunikation ist Kommunikation ohne aktive Sprache. Sie Kommunizieren über Kanäle, wie Mimik, Gestik, Körperhaltung, Kleidung, Proxemik und Olfaktorik (Wahrnehmung von Gerüchen) umfasst.

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